DNSSEC-Test: Zone, DS-Record & Algorithmen prüfen
Dieser kostenlose Test prüft die DNSSEC-Konfiguration Ihrer Domain in acht Einzelprüfungen:
Ist die Zone signiert? Ist der DS-Record beim Parent verankert? Akzeptieren validierende
Resolver die Kette (AD-Flag)? Wie lange sind die Signaturen noch gültig, und entsprechen die
Schlüssel-Algorithmen dem aktuellen Stand? Jetzt Domain prüfen →
Wie DNSSEC funktioniert
DNSSEC signiert DNS-Antworten kryptografisch: Die Zone veröffentlicht ihre Schlüssel als
DNSKEY-Records und signiert jeden Record-Satz (RRSIG). Verankert wird das
Ganze über einen DS-Record in der übergeordneten Zone – so entsteht eine lückenlose
Vertrauenskette von der DNS-Root über die TLD bis zu Ihrer Domain. Ohne DNSSEC lassen sich
DNS-Antworten fälschen (Cache-Poisoning), und darauf aufbauende Mechanismen wie
DANE sind wirkungslos.
Der häufigste Fehler: signiert, aber nicht verankert
Viele Zonen sind signiert, aber der DS-Record fehlt beim Registrar. Dann existieren
die Signaturen zwar, hängen aber in der Luft: Validierende Resolver behandeln die Zone wie eine
unsignierte – der Schutz ist null, ohne dass es jemand merkt. Der umgekehrte Fall ist gefährlicher:
Ist ein DS-Record gesetzt, aber die Signaturen sind abgelaufen oder passen nach einem Schlüsselwechsel
nicht mehr, gilt die Zone als „bogus“ – validierende Resolver antworten mit SERVFAIL
und die Domain ist für einen Großteil des Internets unerreichbar. Dieser Test unterscheidet beide
Fälle sauber: Er prüft DNSKEY, DS und die Resolver-Validierung getrennt.
Empfohlene Algorithmen (RFC 9904)
- ECDSA P-256 (Algorithmus 13) und Ed25519 (15): empfohlen – kleine Schlüssel und Signaturen, schnelle Validierung.
- RSA/SHA-256 (8): in Ordnung, sofern der Schlüssel mindestens 2048 Bit hat.
- SHA-1-basierte Algorithmen (5, 7): nach RFC 9905 für das Signieren verboten – der Test wertet sie ab.
- RSA/SHA-512 (10): nicht mehr empfohlen.
Der Test bewertet zusätzlich die RSA-Schlüssellänge (unter 2048 Bit: Warnung; unter 1024 Bit:
praktisch brechbar, Fehler) und den Digest-Algorithmus des DS-Records.
Betrieb: Signatur-Laufzeiten, NSEC3, automatische DS-Pflege
- RRSIG-Restlaufzeit: Abgelaufene Signaturen machen die Zone „bogus“. Provider mit Online-Signing nutzen bewusst kurze Fenster und signieren laufend nach – der Test erkennt das und bewertet die Restlaufzeit entsprechend.
- NSEC3 statt NSEC: NSEC erlaubt „Zone-Walking“ (vollständiges Auflisten der Zone). NSEC3 erschwert das und sollte nach RFC 9276 mit 0 zusätzlichen Iterationen und ohne Opt-out laufen.
- CDS/CDNSKEY (RFC 7344/8078): automatisiert die DS-Pflege beim Schlüsselwechsel – die fehleranfälligste manuelle DNSSEC-Aufgabe entfällt, wenn Registry/Registrar die Records auswerten.
DNSSEC in Deutschland
Die DENIC signiert die .de-Zone seit 2011 – jeder .de-Inhaber kann DNSSEC nutzen, sofern Registrar
und DNS-Provider mitspielen. Relevanz hat das vor allem für E-Mail:
DANE setzt DNSSEC zwingend voraus, und die
BSI-Richtlinie TR-03108 („Sicherer E-Mail-Transport“) verlangt von zertifizierten
E-Mail-Diensteanbietern DNSSEC und DANE. Wer DNSSEC aktiviert, legt also das Fundament für
erzwungen verschlüsselten Mailtransport.
Häufige Fragen
Meine Zone ist signiert – warum meldet der Test trotzdem einen Fehler?
Der häufigste Grund: Der DS-Record fehlt beim Parent (Registrar/Registry). Die Signaturen existieren dann zwar, sind aber nicht in der Vertrauenskette verankert – validierende Resolver behandeln die Zone wie eine unsignierte, der Schutz ist wirkungslos.
Welchen DNSSEC-Algorithmus sollte ich verwenden?
Empfohlen sind ECDSA P-256 (Algorithmus 13) oder Ed25519 (15) – beide erzeugen deutlich kleinere Schlüssel und Signaturen als RSA. RSA/SHA-256 (8) mit mindestens 2048 Bit ist weiterhin in Ordnung. SHA-1-basierte Algorithmen (5 und 7) sind nach RFC 9905 für das Signieren verboten.
Kann DNSSEC meine Domain unerreichbar machen?
Ja, bei Betriebsfehlern: Laufen die RRSIG-Signaturen ab oder passt der DS-Record nach einem Schlüsselwechsel nicht mehr, gilt die Zone als „bogus“ und validierende Resolver liefern SERVFAIL. Dagegen helfen automatisches Re-Signing beim DNS-Provider und CDS/CDNSKEY für die automatische DS-Pflege – dieser Test zeigt die Restlaufzeit der Signaturen an.